Ablauf

20:30 Uhr Wind Machine | anschl. Jazzkantine

Wind Machine

WIND MACHINE, das Jugendjazzorchester Niedersachsen unter der Leitung von Prof. Bernhard Mergner, ist eine Fördermaßnahme für talentierte jugendliche Musikerinnen und Musiker des Bundeslandes in Trägerschaft des Landes-musikrates. Es spielt handwerklich sauberen, musikalisch hochwertigen und spannend-konzertanten Big Band-Jazz modernster Machart.

Bevorstehende Projekte: Die im Mai 2002 im Großen Sendesaal des Landesfunkhauses Niedersachsen des NDR in Hannover eingespielte vierte CD soll im September veröffentlicht werden. Für den Oktober ist eine zweiwöchige Tournee nach Polen geplant, die Konzerte und Begegnungen in Poznan, Wroclaw, Katowice, Kamienna Gora und Jelenia Gora enthält. Eine kurze Arbeitsphase mit Konzerten in der Hochschule für Musik und Theater Hannover (Freitag, 23. August, 19.30 Uhr) und beim Zeltfestival in Wolfenbüttel (Sonnabend, 24. August, 20.00 Uhr) bereitet darauf vor. Vom 18. bis 20. Oktober beendet WIND MACHINE sein Arbeitsjahr mit Konzerten mit dem Gastsolisten Peter Weniger (Tenorsaxophon).

Besetzung: Saxophone: Andreas Böhlen (Berumbur), Nils Brederlow (Helmstedt), Nicolas Sauter (Salzgitter), Malte Schiller (Wilsum), Christopher Spintge (Garbsen), Holger Werner (Northeim); Trompeten: Georg Paul Binder (Göttingen), Johannes Böhmer (Göttingen), Sinje Glaeßner (Cremlingen), Johannes Grüne (Großburgwedel), Philipp Kacza (Barsinghausen), David Mechsner (Osnabrück), Wiebke Pahrmann (Soltau); Posaunen: Björn Andresen (Oldenburg), Julian Ganzemüller (Otterndorf), David Grottschreiber (Fredenbeck), Klaus Heidenreich (Celle), Sascha Wegener (Osnabrück);Gesang: Hanna Jursch (Garbsen); Gitarre: Philipp Brämswig (Lohne), Moritz Sembritzki (Oldenburg);Klavier: Andreas Birnbaum (Hannover), Stefan Schultze (Braunschweig); Bass: Ulf Mengersen (Braunschweig), Peter Schwebs (Seelze); Schlagzeug: Hermann Heidenreich (Celle), Stefan Turton (Verden), Timo Warnecke (Dassel); Vibraphon: Michael Baumgartner (Goslar).

Jüngste Aktivitäten: WIND MACHINE spielte im Dezember in der MUSA Göttingen ein Doppelkonzert mit der Big Band des Studen-tenwerkes Göttingen, Uni Royal. In einer erneuten Zusammenarbeit mit dem Göttinger Symphonie Orchester spielten beide Klangkörper gemeinsam im Deutschen Theater Göttingen Gunther Schullers »Journey Into Jazz«, Duke Ellingtons »It Don’t Mean A Thing If It Ain’t Got That Swing« und Edward Elgars »Pomp And Circumstance« in Bearbeitungen von Bernhard Mergner.
Nach der Herbst-Arbeitsphase in Verden mit einem Abschlusskonzert bei den Verdener Jazz- und Blues-Tagen gab WIND MACHINE drei Konzerte mit Saxophon-Gastsolist Charlie Mariano. Zwischendurch trat die Big Band bei der Bundestagung der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) in der Wandelhalle des Kurparks Bad Nenndorf auf.
Im Juli 2001 spielte die Big Band drei Open-Air-Konzerte beim Montreux Jazz Festival am Genfer See. Nach der Frühjahrs-Arbeitsphase 2001 erfüllte WIND MACHINE im Deutschen EXPO-Pavillon die ehrenwerte Aufgabe, gemeinsam mit dem Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester zur feierlichen Eröffnung der Hannover-Messe durch Bundeskanzler Gerhard Schröder aufzuspielen. Auch begeisterte die Jugend-Big Band beim Finalabend von Niedersachsens größtem Jazzfestival, der JazzWoche Hannover. Die erste Arbeitsphase 2001 war in Rekordstärke mit 33 MusikerInnen erfolgreich verlaufen.

Aus der Geschichte: Beim 50-jährigen Jubiläum des Deutschen Sportbundes Anfang Dezember 2000 im Beisein von Bundespräsi-dent Johannes Rau und Innenminister Otto Schily bewies WIND MACHINE im Kuppelsaal des Hannover CongressCentrums, dass Festakte auch von einem Jazzorchester feierlich umrahmt werden können. Die Veranstaltung wurde live im NDR-Fernsehen übertragen.
Mehrere Einzelkonzerte standen im Sommer 2000 in Verbindung mit der Weltausstellung EXPO 2000 an, und zwar auf dem Marktplatz in Goslar am Harz und in Cloppenburg zum dortigen Kultursommer. Im Rahmen der Sommer-Arbeitsphase in Syke gastierte WIND MACHINE in Bremen open air beim Haus am Walde sowie im Domgymnasium Verden.
Das Geburtstagsjahr »10 Jahre Jugendjazzorchester« 1999 ging mit Konzerten in Lamstedt/Cuxhaven, Emden, gemeinsam mit der NDR-Big Band in Lüneburg und mit Pete York (Schlagzeug) beim Internationalen Drummer-Meeting Salzgitter zu Ende.
Ein besonderes Ereignis war im September 1999 die 18tägige Russland-Tournee: Zwischen Novosibirsk und Moskau gab WIND MACHINE 12 Konzerte mit über 6000 Besuchern, meist in Philharmonien, daneben in Arbeiter-Kulturhäusern, Theatern und dem legendären Moskauer Haus der Komponisten. Dabei legte die Big Band über 5000 Kilometer auf den Schienen der Transsibirischen Eisenbahn zurück. Geburtstagskonzerte im Pavillon Hannover (mit Charlie Mariano) und im Städtischen Museum Braunschweig schlossen sich an, mit Features auch für die Ex-Mitglieder Nils Wogram und Jürgen Friedrich als Komponisten und Solisten.
Im März 1999 gestaltete das Orchester gemeinsam mit der Sängerin Gitte Haenning das Eröffnungskonzert im neuen Veranstaltungszentrum TriBühne in Wolfenbüttel zum »Billie-Holiday-Festival». Beim Internationalen Jugendmusikfestival »Music In Town« Anfang Juni in der hannoverschen Innenstadt war die Big Band bei der großen »Rewüh« im Opernhaus zu hören.
Sie trat 1998 im Rhein-Main-Gebiet, in der hannoverschen Musikhochschule sowie beim Festival »meervocal« mit dem holländischen Flügelhorn-Solisten Ack van Rooyen auf. Ein spannendes Orchesterdoppel gemeinsam mit dem Göttinger Symphonie Orchester gab es 1997.
Ferner tourte die Big Band im Januar 1996 durch die USA-Staaten Florida, Georgia und South Carolina, wo sie unter anderem bei der Jahreskonferenz der weltweiten Organisation der Jazzpädagogen (IAJE) in der Olym-pia-Stadt Atlanta sowie im edlen Konzerthaus des Charleston Symphony Orchestra auftrat. Weitere Konzerte liefen bei Colleges und Universities, die selbst eigene Jazzbands haben.
Höhepunkte waren ferner Auftritte beim Musikalischen Frühling in Bleckede, die Teilnahme am Festival »Musikland Niedersachsen« im Schlosshof Celle zusammen mit Dizzy Gillespie sowie eine 10tägige Tournee durch die Normandie/Frankreich.

Beginn

20:30 Uhr
Landesvertretung Niedersachsen

Musik

Jazzkantine

Trotz aller bisheriger Erfolge: so komplex und konzeptionell ausgefeilt hat die JAZZKANTINE bislang noch nie gearbeitet. Über ein Jahr lang haben die Verantwortlichen an dem neuen Großprojekt, dem mittlerweile sechstem Longplayer, gearbeitet. »Futter für die Seele« ist ein Album geworden, welches sich vor allem an drei Eckpfeilern orientiert: dem lebendigerem Sound der JAZZKANTINE, dem gewaltigen Klangkörper einer beeindruckenden Big Band und dem Gesang ausschließlich erstklassiger Sänger und Sängerinnen aus der deutschen Soul-Landschaft (unter ihnen Edo Zanki und Laith Al Deen).

Die JAZZKANTINE bestreitet damit wieder einmal einen neuen Weg und bleibt sich andererseits dem Grundsatz treu, der Stagnation keine Chance zu geben und »Grenzen« stets gekonnt zu überschreiten. Nach acht erfolgreichen Jahren mit der Fusion von deutschsprachigem Rap, Soul-Jazz und Funk wird nun ein neuer Ansatz präsentiert, bei dem auf den Einsatz von Rappern diesmal komplett verzichtet wird. Durch diesen Kunstgriff sind offenbar eine Menge musikalischer Energien frei geworden. »Beim Produzieren von HipHop ist man doch immer ein bisschen gebremst, in Bezug auf Musikalität und Songstruktur, denn beim HipHop wird ja sehr viel mehr mit Bausteinen gearbeitet. Diesmal konnten wir noch viel musikalischer arbeiten,« meint Produzent Christian Eitner zu »Futter für die Seele«. Er betont aber auch, dass das Thema Rap für ihn und JAZZKANTINE keinesfalls für immer erledigt sei. Mit dem Album »Futter für die Seele« sollte jedoch ein anderer Schwerpunkt gesetzt werden und Gesangstitel mit Soul-Anleihen hat es bei der JAZZKANTINE ohnehin schon häufiger gegeben. Das Sympathische an der Großformation ist ja u.a. auch, dass sie nie irgendwelchen Trends hinterher läuft, sondern stets sehr viel Wert auf organische Entwicklungen legt. So ist die Zusammenarbeit mit der Big Band des Hessischen Rundfunks unter der Leitung des Chefdirigenten Jörg Achim Keller durch verschiedene gemeinsame Projekte in den letzten Jahren gewachsen und wurde u.a. durch einen Open-Air-Auftritt vor 10.000 Leuten in der Frankfurter Innenstadt geprägt. Christian Eitner zur hr-Big-Band: »Das ist eine fantastische Big Band mit tollen Solisten, und vor allem auch mit einer unkonventionellen Besetzung, mit Instrumenten wie dem Euphonium und der Bassflöte.« Gemeinsam haben die Verantwortlichen die Songs ausgesucht – allesamt Klassiker aus dem Funk-und Soulbereich. Nummern, die garantierte Tanzflächenkiller sind, die gleichzeitig aber auch einen gewissen Jazztouch haben. Titel, die zwar bekannt sind, doch in letzter zeit kaum oder gar nicht gecovert wurden. »Es war uns sehr wichtig, Stücke auszuwählen, die man mit unserer Besetzung und der Big Band auch gut und interessant umsetzen konnte, so dass etwas Neues entsteht. Außerdem sollte man einige davon auch in einer deutschen Textvariante interpretieren können,« meint Eitner.

Ralf Schmidt und Wolf Kerschek haben außergewöhnliche Arrangements für das Projekt geschrieben. Es ist verblüffend, welch unglaubliche Power von der Big Band ausgeht und wie gut die einzelnen Elemente ineinander greifen. So sind äußerst spannende und hörenswerte Neu-Interpretationen von »Superfly« (Curtis Mayfield) oder »Mercy Mercy« (Joe Zawinul) entstanden, die von der Elite des deutschen Soulgesanges veredelt und zeitgenössisch produziert wurden.

Edo Zanki gilt seit 20 Jahren als die wichtigste deutsche Soulstimme. Er ist zudem ein überaus erfolgreicher Komponist und Produzent (Ulla Meinecke, Herbert Grönemeyer, Söhne Mannheims, u.a.). Von ihm stammt der Gesang zu Joe Zawinuls Soul Jazz Hymne »Mercy Mercy«. Ulla Meinecke sagte einmal über Zanki: »Der Mann hat einen derart intimen Zugang zu Musik, Gesang und Instrumenten. Der singt einem direkt ins Herz. Edos Zeug ist Seelenfutter.«

Großen Anteil am Erfolg der »Söhne Mannheims« hat auch Sänger Rolf Stahlhofen, der demnächst sein Debüt als Solo-Künstler feinern kann. Bei der JAZZKANTINE hat er dem Titel »Brickhouse« (Commodores) bearbeitet. Kennen gelernt haben sich alle Beteiligten übrigens letztes Jahr beim »Festival gegen rechte Gewalt« in Berlin, als Stahlhofen gemeinsam mit Nina Hagen, Udo Lindenberg und der JAZZKANTINE eine Jam-Session bestritt.

Ein echtes Highlight und gleichzeitig die erste Single-Auskopplung des Albums ist die Nummer »Mein Tag, mein Licht« (deutsche Fassung des Bill Withers-Hits »Ain’t No Sunshine«) mit der erst 20-jährigen gebürtigen Inderin GIM, die kürzlich im Duett mit dem Sänger BEN, die Charts stürmte („Engel“) und nun mit der JAZZKANTINE in einer für die ungewöhnlichen musikalischen Umgebung zu hören sein wird.

Der Deutsch-Amerikaner Carl Keaton Jr. wird demnächst sein erstes eigenes Album mit deutschsprachigem Soul veröffentlichen. Vorher hat er jedoch noch Stevie Wonders »As« mit einem deutschen Text versehen (»Ewig«). Fast schon etabliert in der deutschen Groove-Szene ist One Soul, der letztes Jahr ein sehr ordentliches Album abgeliefert hat und der bei der JAZZKANTINE Curtis Mayfields »Superfly« in einer deutschen Version singt. Eines der großen Highlights dieser CD! Der gebürtige Iraker Laith Al Deen wiederum hat Bill Withers »Use Me« zu »Benutz mich« werden lassen. Die reichhaltige Mischung der Vokalisten wird fortgesetzt mit der farbigen Afro-Amerikanierin Charlemaine, an deren außergewöhnlichen Stimme kann man sich gar nicht satt hören (»Ain’t necessarily so«). Von ihr wird in nächster Zeit sicher noch einiges mehr zu hören sein. Sam Leigh Brown, – bekannt geworden durch ihre eigene Drum’n Bass Band N.O.R.A. – war schon häufiger zusammen mit JAZZKANTINE zu hören. Mit ihrer bezaubernden Stimme singt sie als einzige Künstlerin zwei Titel (»Diamonds Are The Girls Best Friends«, »Ai No Corrida«). Schließlich konnte der Orange Blue-Sänger Volcan Byder für das Projekt begeistert werden, der Billy Joels »Just The Way You Are« überzeugend interpretiert.

Die JAZZKANTINE präsentiert auf »Futter für die Seele« eine Soundmischung, die es in dieser Form in Deutschland noch nie gegeben hat. Ohne Frage wird dieses Album alte und sicher auch viele neue Fans begeistern.

Spielstätte

Landesvertretung Niedersachsen