Jazz in den Ministergärten

Ablauf

20:00 Uhr Four and One | 21:20 Uhr JugendJazzOrchesterSaar | 23:00 Uhr Pascal Schumacher Quartett
0:30 Uhr JugendJazzOrchesterSaar feat. Barbara Barth

Four and One

Barbara Barth ist die Band-Stimme des JugendJazzOrchesterSaar, aber ihr Talent beschreitet in Riesenschritten den Weg hin zu einer eigenständigen musikalischen Persönlichkeit. Geboren im Jahre 1983 studiert Barbara Barth nach einer klassischen Gesangsausbildung zur Zeit an der Folkwang Universität der Künste in Essen Jazz-Gesang bei Romy Camerun. Mit ihrem Programm »Personal Songbook« beim Festival »Jazz in den Ministergärten 2011« präsentiert sie – zusammen mit vier der eigenständigsten Improvisatoren des JJOS – ihre Favoriten aus der großen Zahl der Lieblingstücke ihrer ganz persönlichen musikalischen Schatzkiste.

Beginn

20:00 Uhr
Landesvertretung Saarland

Besetzung

Barbara Barth – voc
Florian Boos – ts
Manuel Krass – p
Lukas Reidenbach – b
Christoph Schnell – dr

JugendJazzOrchesterSaar

Das JJOS ist auf dem Festival »Jazz in den Ministergärten 2011« gleich zweimal zu hören: Zum einen mit seinem Programm »Consolation«, das Teilen der legendären »Sweet Time Suite« von Kenny Wheeler höchst originelle Kompositionen und Arrangements von Musiker/innen wie u.a. Maria Schneider, Django Bates und Francy Boland gegenüberstellt.
Die zweite musikalische Seite des JJOS wird an diesem Abend ein Set mit groovenden, swingenden Big-Band-Vokal-Versionen der letzten vier Dekaden sein – und die Band präsentiert dabei ganz bewußt ihre hochtalentierte JJOS-Bandstimme Barbara Barth; hier einmal nicht wie sonst als ohne Text agierende, in den Bandkontext hinein arrangierte »Farbe«, sondern als eigenständige, die Band antreibende Solistin.

Das JugendJazzOrchesterSaar wird gebildet aus der Elite der jungen saarländischen Jazzmusikerinnen und Jazzmusikern. Schon seit vielen Jahren existiert dieses Bandprojekt in der Trägerschaft des Landesmusikrat Saar und arbeitet mit MusikerInnen zwischen 17 und 25 Jahren, die sich meistens schon in einem Jazz-Studium einer deutschen/europäischen Musikhochschule befinden.

Das Ensemble steht unter der musikalischen Leitung des Pianisten und Komponisten Prof. Georg Ruby, dessen Arbeit mit seiner Kölner Big Band »Blue Art Orchestra« vom europäischen Publikum begeistert aufgenommen wird. Er ist seit vielen Jahren verantwortlich für die verschiedenen Studiengänge des Jazz-Bereichs der Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken.

Das Repertoire des JJOS umfaßt neben Stücken der klassischen Big-Band- Literatur aktuelle Arrangements der letzten beiden Dekaden. Eine Auszeichnung für dieses Orchester ist die Tatsache, daß überragende Arrangeure wie Maria Schneider (USA), Kenny Wheeler (CAN/GB) und Django Bates (GB) dem JJOS die Nutzung ihres Materials gestattet haben. Die Arrangements und Kompositionen des JJOS-Leiters, Georg Ruby, tun ein Übriges, um zusammen mit den Musikerinnen und Musikern des JJOS einen frischen und unverwechselbaren Klang entstehen zu lassen.

Beginn

21:20 Uhr
Landesvertretung Saarland

Musik

Besetzung

Barbara Barth – voc
Thomas Feid – tp/flgh
Manuel Scherer – tp/flgh
Johannes Schmitt – tp/flgh
Jens Hilzensauer – tp/flgh
Andreas Scheer – as/ss/fl/cl
Phillip Molz – as/ss
Bernd Nickaes – ts/cl
Florian A. Boos – ts/ss
Fabian Reinwald – bar
Thomas Berg – tb
Peter Hedrich – tb
Bettina Sauter – tb
Manuel Krass – btb
Rick-Henry Ginkel – g
Johannes Schmitz – g
Felix Hauptmann – p
Hannes Trapp – eb
Lukas Reidenbach – b
Christoph Schnell – dr
Dominik Rivinius – dr

Pascal Schumacher Quintett

Jeder Musiker muss sich eines Tages von Vorbildern, Traditionen lösen, wenn er den Schritt über die Grenze des Bekannten gehen will. Pascal Schumacher macht das auf nachdrückliche, lustvolle Weise. Er wählt den schwierigen Weg des aus selbst heraus schaffenden Künstlers, der nicht den Segnungen der modernen Soundvielfalt und Studio-Technik erliegt, sondern Klänge abwägt und gewichtet, Musik herausfordert und mit ihr kämpft. Genau genommen ist er damit mehr Purist als mancher, der sich vor der Vergangenheit verneigt. Denn es geht ihm um sein Instrument, dem er Eigenwilliges abringt, ohne dabei die Hilfestellung der Heroen zu benötigen.

Das Vibraphon macht es ihm nicht leicht. Sein Sound ist zwar exotisch, gilt aber als wenig flexibel und historisch auf Unterhaltung und Effekt festgelegt. Patentiert als Schlagwerk gehört es zur Familie der Perkussionsinstrumente und wird häufig auch als eine Möglichkeit unter vielen trommelnden Alternativen wahrgenommen. Einige Säulenheilige haben ihm bislang Charakter verliehen und ein wenig Swing, etwas Bop, eine Prise Moderne und einen Schuss Salsa ins Stammbuch geschrieben. So muss man sich keine Sorgen mehr über die Akzeptanz machen, findet aber auch nur eine Handvoll Musiker, die als Komponisten, Stilisten und Visionäre des Vibraphons klare Spuren in der Jazzwelt hinterlassen haben.

Für Pascal Schumacher ist das eine Herausforderung. Der junge Luxemburger will sich im Gemenge der uneinheitlichen Bezugssysteme nicht nur behaupten, sondern Zeichen setzen. Seine musikalische Mischung ist markant, reicht stilistisch vom Spätromantischen bis zur neuen Emphatik der Gegenwart. Die Klangvorstellungen nähern sich mal der dezenten Funkyness des Fender Rhodes, mal dem Anschein von Steeldrums, spielen mit orgelhaft Elegischem auf der einen Seite und trancehaft sich steigernder Tonopulenz auf der anderen. Und sie enden nicht bei Pascals Schumachers Instrument, sondern bauen auch auf die Energie des Quartetts, auf die Wucht einer sich ergänzenden Gestaltungskraft.

Das Resultat ist beachtlich. Track für Track wächst »Bang My Can« zu einem Epos ohne Worte heran, jongliert mit Struktur und Auflösung. Musik entsteht, die organisch, geerdet und energisch wirkt. Sie ist in der Gegenwart verwurzelt, spielt mit der Vergangenheit, mit Kraft und Pathos und basiert auf einer Spielhaltung, die vom Kammerjazz der Achtziger ebenso geprägt ist wie vom Rocksound der Neunziger und der Offenheit der Gegenwart. Pascal Schumacher ist damit auf bestem Weg, aus dem Rahmen zu fallen. Er hat ein famoses Team an seiner Seite, ein kompaktes, wiedererkennbares Repertoire, eine individuelle Soundidee und genügend Ernst, um darüber den Humor im Detail nicht zu verlieren – vibes with attitude, auf der Höhe der Zeit. (Ralf Dombrowski)

Beginn

23:00 Uhr
Landesvertretung Saarland

Besetzung

Pascal Schumacher – vib
Franz von Chossy – p
Christophe Devisscher – db
Jens Düppe – dr

JugendJazzOrchesterSaar feat. Barbara Barth

In bewährter Zusammenarbeit mit der Jazzredaktion des Saarländischen Rundfunks unterstützt diese auch im zehnten Jahr die saarländische Landesvertretung.

Beginn

0:30 Uhr
Landesvertretung Saarland