Jazz in den Ministergärten

Die Landesvertretungen an historischer Stätte

Unweit des Tiergartens, an zentraler Stelle zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz auf den Flächen der ehemaligen Ministergärten, befinden sich die sieben Landesvertretungen auf geschichtsträchtigem Boden.

1732 – 1918

  • auf Befehl König Friedrich Wilhelms werden die führenden Hofbeamten gezwungen repräsentative Häuser zu errichten
  • »der Kerl hat Geld soll bauen« so lautete der Befehl im einzelnen
  • Enstehung sieben stattlicher Palais mit großen prächtigen Gärten
  • so entstanden später die sogenannten Ministergärten
  • um 1910 Wandel der Wilhelmstraße vom ausschließlichen Wohnbereich für hohe Beamte und Militäradel zum politischen Machtzentrum
  • 1819 Dienstsitz des Minister des Auswärtigen in der Wilhelmstraße 75
  • seit Mitte des 19. Jahrhunderts Regierungsviertel
  • ehemaligen Palaisgärten werden zu Ministergärten – für die Öffentlichkeit jedoch nicht zugänglich (»verbotene Stadt«)

1918 – 1933

  • nach dem Niedergang des Kaiserreichs Neuorganisation der Führungsstrukturen
  • Ansiedlung weiterer Ministerien in der Wilhelmstraße
  • Palais Schwerin in der Wilhelmstraße 73 wird Sitz des Reichspräsidenten

1933 – 1945

  • Unter den Nationalsozialisten Ministergärten Machtzentrum des Nationalsozialismus
  • von hier Gleichschaltung der Länder
  • Höhepunkt ihrer Baumaßnahmen der Bau der Neuen Reichskanzlei, die das künftige »Groß-Deutsche Reich« baulich manifestieren sollte
  • den Ministergärten werden die monumentalen Großformen des NS-Staates übergestülpt, Umformung zum Garten der Reichskanzlei
  • unter der Reichskanzlei Enstehung eines unterirdischen Bunkersystems
  • Zweiter Weltkrieg: völlige Zerstörung der einstmals prächtigen »Ministergärten«
  • nicht zuletzt wegen der angesiedelten politischen Funktionen insbesondere der Reichskanzlei und des »Führerbunkers«

1945 – 1989

  • nach dem Krieg seit 1947 flächendeckende Abrissarbeiten der zum Teil noch existenten Straßenfassaden
  • Block der Ministergärten systematisch abgeräumt
  • auch die Reichskanzlei wurde abgetragen
  • Marmor findet sich zum Teil im U-Bahnhof Mohrenstraße
  • Baumbestand in den Ministergärten in den Nachkriegswintern abgeholzt
  • Mit dem Bau der Mauer 13. August 1961 Block der Ministergärten zum Sperrgebiet
  • Mauer verlief entlang der Ebertstraße auf westlicher Seite und nocheinmal eine zweite Mauer die den Block der Ministergärten mittig durchschnitt
  • vom Sperrgebiet zum innerstädtischen Wohngebiet
  • ab 1987 Bau von 1300 Wohnungen in sogenannter »Sonderplatte« unter Ignorierung des geschichtlichen und städtebaulichen Ortes.

1989 – Heute

  • Ansiedlung von sieben Landesvertretungen in städtebaulichem Bezug zu den früheren Palais der Ministergärten und historischen Bezug als sichtbares Zeichen des Föderalismus: Brandenburg · Hessen · Mecklenburg-Vorpommern · Niedersachsen · Rheinland-Pfalz · Saarland · Schleswig-Holstein
  • Aufgaben der Landesvertretungen: Organisation des Mitwirkens an der Gesetzgebung des Bundes, Darstellen eines Schaufensters/ Kommunikationsortes der jeweiligen Länder in der Bundeshauptstadt
  • seit 2002: Jazz in den Ministergärten